In eigener Sache

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Liebe Leser und Besucher meines Blogs,

heute brauche ich euer Brain, eure Ideen und euer Netzwerk.

Der Familienrat hat nämlich beschlossen, dass wir in diesem Jahr noch zurück nach Deutschland ziehen wollen. Alles, was mir fehlt, ist ein kleiner, feiner (und sozialversicherungspflichtiger) Job.

Eigentlich hätte ich ja eine prima Stelle, bei der Europäischen Kommission. Die sollte ich eigentlich im Februar antreten. Dann würde ich jetzt in Brüssel mit meinen internationalen Team sitzen und in verschiedenen Sprachen Forschunggspolitik betreiben. Oder gerade von Uni zu Uni und Konferenz zu Konferenz jetten. Leider hat aber die sprichwörtliche europäische Bürokratie mir und der Generaldirektion Forschung auf den letzten Metern einen Strich durch die Rechnung gemacht: Nachdem man mich aus dem Bewerberpool mit 865 799 anderen Bewerbern gefischt und ich zwei Bewerbungsrunden erfolgreich absolviert hatte, sollte ich eigentlich nur noch die Papiere abgeben und alles war geritzt.

Beinahe Eurokratin.
Beinahe Eurokratin.

Leider hat erst dann die Sachbearbeitetin im Personalamt meinen Lebenslauf genau angeschaut und sprach: „Ecoutez, Madame, il y a un problème“. Ich dachte, naja, kann ja nicht so schlimm sein, der Chef wartet ja auf mich. Aber nein, es war schlimmer: Bevor ich 2008 das Auswahlverfahren bestanden habe, fehlten mir vier Monate an Berufserfahrung. Ganz formell. Und das ist der Grund, warum ich nun in Minsk sitze und einen Job suche: Acht anstatt zwölf Monaten Berufserfahrung vor dem Test disqualifizieren mich für einen Job, für den der Chef mich einwandfrei qualifiziert fand. Und das hatte in dem ganzen Verfahren leider niemand bemerkt. Aber was soll man tun? Nicht den Kopf in den Sand stecken jedenfalls.

Ich habe also Bewerbungen geschrieben und bemerkt: Das ist nicht so erfreulich. Bei ziemlich vielen Stellenanzeigen stellte sich heraus, dass die Jobs bereits vorher unter der Hand vergeben waren und die Ausschreibung nur pro forma erfolgte.

Deshalb wende ich mich jetzt an euch: Bestimmt habt ihr Ideen, wo und wie ich mich umschauen könnte. Oder ihr habt eine Stelle zu vergeben oder wisst jemanden, der gerade eine eierlegende Wollmilchsau sucht. Ich bin für vieles geeignet, nur nicht zum Taxifahren, was ja eigentlich der meistausgeübte Job unter uns Politologen ist.

Taxifahren: leider nichts für mich.
Taxifahren: leider nichts für mich.

Ich stelle mir vor, dass es irgendwo in Deutschland (vorzugsweise in NRW) ein Unternehmen oder eine Organisation gibt, für die ich quasi der Topf auf dem Deckel bin. Meine Belarus-Erfahrung bedeutet ja nicht nur, dass ich mich mit diesem ziemlich exotischen Land auskenne. Sie bringt auch mit sich, dass ich unter schwierigen (politischen) Bedingungen arbeiten kann, mich von Rückschlägen niemals abschrecken lasse und genug interkulturelle Kompetenz und Osteuropa- Insiderwissen für die gesamte ehemalige Sowjetunion mitbringe.  Nebenher kenne  ich ja auch noch  Frankreich, die Ukraine und Litauen und bin einfach verrückt nach internationalen Kontakten. Das hat sich seit dem England- Austausch in der 5. Klasse nicht geändert.

Am liebsten würde ich das tun, was ich am Besten kann: Netzwerken, Menschen zusammenbringen, Strategien ausarbeiten und alles um mich herum optimieren. Ich schreibe gerne (nicht nur spitzzüngige Artikel, sondern auch Analysen und Reportagen) und ich bin eine organisatorische Betriebsnudel. Das führt dazu, dass sogar Familientreffen beizeiten einen Ablaufplan haben und Geburtstagsfeiern genau so generalstabsmäßig von mir geplant werden wie Pressekonferenzen.

Nach 10 Jahren: Zurück nach Hause
Nach 10 Jahren: Zurück nach Hause

Das Gute an Politologen im Allgmeinen und mir im Besonderen ist, dass ich mich schnell in neue Themen einarbeite. Bisher habe ich mich  mit Erwachsenenbildung, Demokratisierung, nachhaltiger Entwicklung, Medienprojekten, Öffentlichkeitsarbeit, Ökotourismus, Kultur, Organisationsentwicklung und noch einer ganzen Reihe anderer Dinge Beschäftigt. Besonders am Herzen liegen mir naturgemäß Themen wie Kinderrechte, Gleichberechtigung und Migration und Integration.

Diese Themen sind in meiner Heimat, dem Ruhrgebiet, brandaktuell. Ich könnte mir auch sehr gut vorstellen, im Bereich Strukturpolitik und Regionalentwicklung zu arbeiten- es tut sich so viel Spannendes in der Region. Im Ruhrgebiet gibt es ja auch eine Menge großer Konzerne, von denen sich viele nach Osteuropa orientieren. Vielleicht sucht jemand einen Berater für Osteuropa? Falls ihr, liebe Leser, eine zündende Idee habt, lasst es mich gerne wissen! Ausführliche Informationen über mich und links zu meinem Lebenslauf gibt es auf den Seiten des Blogs.

Ubrigens, keine Angst: Selbst wenn wir Belarus verlassen, wird es diesen Blog zumindest so lange geben, wie ich eine belarussische Familie habe. Belarus ist auch im Kopf. Und ein bisschen ja auch im Herzen.

11 Comments

  1. Liebe Nadine,

    Ich bin durch Zufall auf deinen Blog gestoßen. Ich habe kein Jobangebot für dich, aber würde mich sehr gerne mit dir mal über Belarus unterhalten. Ich bin Journalistin und suche zwecks einer Recherche für eine Doku jemanden der sich mit Belarus auskennt. Da ich nicht weiss, wie ich dich sonst am besten erreiche, schreibe ich dir auf diesem Weg und hoffe von dir zu hören.
    Liebe Grüße aus dem Ruhrgebiet🙂
    Sejla Didic
    Mail: s_didic@hotmail.com

  2. Hallo Frau Lashuk,

    vielleicht habe ich ein interessantes Angebot für Sie?!

    Meine IT-Firma http://www.CIB.de hat in München, Karlsruhe und Münster Geschäftsstellen. Seit 2006 gründete ich auch die CIB software IOOO (cib.by) als Tochtergesellschaft in Minsk mit derzeit 16 Mitarbeitern.

    Ihr Profil passt wie der „Deckel zum Topf“ sowohl für unser deutsches Stammhaus in München, wie auch in Minsk. Der Standort Münster wäre zwar in Ihrem favorisierten NRW, nur ist jener erst im Auf- bzw. Ausbau begriffen. Aber wer weiß was die Zukunft noch bringt.
    Zumindest wäre der Münchner Flughafen etwas winterfester.😉

    Unsere Erfahrung zeigt, eher werden die Landungen in Minsk gecancelt als die Abflüge aus München.
    Die Menschen bei CIB: derzeit 141 im Alter von 16 bis 63 mit einer Frauenquote von 43% und 23 interkulturellen Nationalitäten.

    Einer unserer Zusatzleistungen ist z.B., dass die Betreuungskosten von Kindern der MitarbeiterInnen vollständig übernommen werden. Voraussetzung ist, die Kinder sind nicht im schulpflichtigen Alter.
    Einer unserer Nachteile: Keine Routine – die Halbwertszeit unseres Wissens ist zwei bis drei Jahre, d.h. Lernen, lernen, lernen…😉

    Interessiert? Dann kontaktieren Sie mich doch bitte z.B. über XING.

    Zum Schluss noch eine Anregung für Ihren „Minsker“ Blog:

    Warum dürfen die Dollar- bzw. Euroscheine bei der Bezahlung des Sofortvisums am Flughafen Minsk nicht Knick- bzw. Faltstellen aufweisen?
    Weshalb haben Speisenkarten in Belarus detaillierte Gewichtsangaben?
    Wieso werden Teller bei jeder Gelegenheit abserviert, obwohl das Besteck auf dem Teller gekreuzt liegt und der Gabelrücken nach oben zeigt?
    Wozu werden im Supermarkt Obst und Gemüse mit Duftsprays besprüht?
    Weswegen werden in manchen Taxis auf der Rückbank die Sicherheitsgurte „ausgebaut“?

    Es bleibt spannend…

    Viele Grüße
    Ulrich Brandner

  3. Hallo Nadine, jetzt kenne ich Dich bzw. Deinen Blog gerade mal 4 Wochen. Ich würde Dir auch gerne helfen, nur habe ich wenig Kontakte nach NRW. Mein Onkel ist emeritierter Professor der Fakultät für Sozialwissenschaften der Universität Bochum. Ich werde ihm mal Deine Situation schildern. Versprechen kann ich aber nichts.
    Gruß, Uli

  4. Hallo Nadine. In dem Emailverteiler „IB-Liste“ bei Yahoo gibt es ständig Jobangebote. Man wird schon ordentlich zugespamt, aber ab und zu gibt es auch interessante Sachen.

  5. Tja, was soll man sagen – so ein Politikstudium qualifiziert einen nicht gerade für das was man so alltäglich als Job braucht und and jeder Ecke finden wird. Das wird nicht einfach. Hoffentlich hat es da dein Partner besser und findet schnell etwas …. Erst mal viel Glück! Wir bleiben dran.

    1. Lieber Holger, mein Mann ist zum Glück Jurist mit Fachrichtung internationalem Steuerrecht und Wirtschaftserfahrung.
      Wie sagte ein Politologe: „Wenn mein Sohn später Politikwissenschaft studieren will, sperre ich ihn ein“. Ganz so schlimm ist es bei mir zum Glück nicht, da ich vor allen an einem IEP in Frankreich studiert habe, wo man anstelle des ewigen Diskutierens, das hierzulande (in Deutschland, meine ich), meine Zunft auszeichnet, nützliche Dinge lernt:
      Arbeiten bis zur Erschöpfung und konzise Vorträge halten. Bei der Bosch-Stiftung habe ich in einer sechsmonatigen Ausbildung das Projektmanagement von der Pike auf gelernt-inklsuive Buchhaltung. Es steht um mich also nciht so schlecht- nur gibt es leider keine Stellenausschreibungen, wie du schon sagst. Vielen Dank fürs Augen offen halten!

  6. Ich kann zwar leider nicht den erhofften Kontakt herstellen, wünsche aber nur das Beste auf der Jobsuche. Bei der Qualifikation wird sich ja wohl etwas finden lassen. Ich drücke beide Daumen!

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