Ich packe meinen Koffer….

sturm 7

Hier tobt ein Schneesturm! Sowas habe ich bisher in Minsk noch nicht erlebt. Sogar ich als Frischluftfanatikerin habe keine Lust, heute zu spazieren. Mein Mann sagt, auf der Straße sei es wie in Kasachstan, und sogar die Menschen mit den orangenen Westen haben es aufgegeben, Schnee zu fegen. Natürlich ruft meine Schwiegermutter trotzdem gerade an und sagt mit einem hörbaren Seufzer: „Ich bin so erleichtert, dass ihr zu Hause seid.“ Wieder mal ein Beispiel dafür, dass ihrer Meinung nach das Modell „deutsche Schwiegertochter“ serienmäßig ohne Gehirn hergestellt wird. Ich hätte ihr mal sagen sollen, dass wir eigentlich gerade eine große Runde im Gorkipark drehen….

Meine Kamera fängt das Schneegestöber leider nicht ein, deshalb gibt es hier Fotos von tut.by und generation.by:

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Der Sturm heißt Xavier und beschert uns auch für morgen eine Sturmwarnung- so dass wir zum ersten Mal, seitdem ich hier wohne, wegen „nepogoda“, was „Unwetter“ im Sinne von „schlechtem Wetter“ meint, einen Plan ändern. Zur Maslenica- Feier geht es erst übermorgen. Ausnahmsweise sind auch in Belarus die Straßen nicht sofort geräumt und werden teilweise gesperrt. Sogar der Minsker Flughafen wurde geschlossen, und das soll schon etwas heißen. Das erinnert mich auch daran, dass ich bald noch einmal einen Versuch mache, in Frankfurt zu landen- ich war davon ausgegangen, dass Mitte März vielleicht schon Frühling sei. Könnte ein Fehler gewesen sein…

Der russische Zupfkuchen zum Kaffee ist im Ofen, und deshalb habe ich Zeit, mir Gedanken zu machen, was ich Sonntag in einer Woche mit nach Deutschland nehme bzw. was ich aus Deutschland mitbringen muss. Das ist eine Frage, die ich oft gestellt bekomme: Was soll man nach Belarus mitnehmen? Hier meine Import-Export-Liste:

Nach Deutschland mitnehmen (hui, das geht fix):

  • Bunter Ostereierfolien mit Chochloma-Aufdruck. Unschlagbar zu Ostern.
  • Ein gekaufter Kulitsch und Schokoeier, auf denen „Christus ist auferstanden“ steht.
  • Kasinaki (Nüsse mit Honig wie Mr. Tom nur viiiiel größer)
  • Falls Geburtstage anstehen: Leinentischdecken, Lutsch-Uhren
  • Im Winter: gestrickte Wollhandschuhe und – socken von den Babuschki am Metroeingang

Aus Deutschland importieren:

  • Maggiprodukte, auf die man nicht verzichten kann: gekörnte Brühe etc.
  • Vanillepuddingpulver (Mein Freund Wasja würde wieder sagen: „Die Deutschen essen nur Covenience-Food und Pulver! Und Nudeln!“)
  • Dinkelkekse und Bioleberwurst für das Baby, das kein Baby mehr ist.
  • John Frieda Schampoos
  • 2 Gläser Nutella für den Schwiegervater, der steif und fest behauptet, deutsche Nutella schmecke besser als belarussische
  • 2 Pakete Jakobs-Kaffee, für die Schwiegermutter, die dasselbe über Kaffee behauptet
  • viele Tüten Haribo, weil der Schwanger und der Ehemann auch sagen, dass deutsche Gummibärchen besser schmecken als die Haribos, die es hier zu kaufen gibt
  • Backzutaten wie gehackte Mandeln, Backpulver, Kuvertüre und Marzipanrohmasse
  • einige Medikamente und Cremes für das Baby und mich, vor allem homöopathische Dinge wie Globuli und Meditonsin
  • Anziehsachen! Klamotten für Kasimir und mich. Es ist wirklich viel günstiger, Kleidung in Deutschland zu kaufen, und die Qualität ist oftmals besser. Anziehsachen aus reiner Baumwolle findet man hier leider selten, und die westlichen Ketten verkaufen vor allem Mode für Disko-Atzen (ich erwähnte es bereits).

Ansonsten muss ich sagen, dass es mittlerweile hier das meiste zu kaufen gibt, was man so zum Leben braucht. Sogar einige Bielita- Produkte finde ich ganz gut, zum Beispiel die Serie „Winterpflege“.

Dinge, die ich vermisse und nicht importieren kann:

  • Fleischwurst. Nach 6 Wochen im Ausland entwickle ich einen regelrechten Heißhunger auf deutsche Wurscht (hallo, Klischee!)
  • meine Schwester
  • Puddingbrezel und Rosinenbrötchen vom Lieblingsbäcker
  • Mamas Essen

Das ist ja eigentlich eine überschaubare Liste, nicht wahr?

Was nehmt ihr euren Lieben in Deutschland/Belarus immer mit, wenn ihr hin- und herfahrt?

8 Comments

  1. Mitnehmen, von D nach BY (derzeit): Schneeschaufeln! Bei uns im wilden Südwesten gerade nicht im Einsatz! Ansonsten, all das was ihr schon beschrieben habt, und gaaaaaanz, gaaaaaanz wichtig: Ritter Sport. Nach dem gemeinsamen Besuch der Fabrik: DAS GRÖSSTE! Und natürlich etwas für BY-Gaumen (nicht für alle!!!) unerwartet heftiges: „Toothpaste between chocolate“ – After Eight, das Zweitgrößte! Schwarzwälder Kirschwasser und -Schinken sind auch für gut befunden worden.

    Andersrum – vielleicht den Winter – für die Alpen, die könnten den auch im Sommer verwenden, da die stillgelegten Skilifte eigentlich die grünen Mättli nur unnötig verunstalten.

    Viel Erfolg beim Bewätligen der Schneemassen. Irgendwie verrückt, vor 2 Wochen noch Frühling ….

    1. LIeber Holger, den Winter packe ich euch gleich in den Koffer, der ist auf der Hinreise ohnehin oft leer.
      Rittersport gibt es (wie auch Schogetten) in Minsk zu normalen Preisen zu kaufen- aber nur ein paar Sorten… Ich ärgere mich jetzt, dass ich in meiner Stuttgarter Zeit nicht mal bei Rittersport zu Besuch war!
      Beste Grüße aus dem (jetzt wieder) sonnigen Minsk.

  2. Tja, was nehme ich so aus Weißrussland mit? (zusätzlich zu dem von Dir Genannten)
    – der Renner und wirklich gut: Süßwaren / Pralinen der Firmen Kommunarka und Spartak
    – Flechtkörbchen (ideal z.B. im Bad)
    – Milavitsa-Damenwäsche (ist nicht so schlecht)
    – Kosmetik von Bielita-Viteks (ist ja auch ein Kunde von uns)
    – MP3-CDs (bis zu 200 Titel auf einer CD)
    – Aspirin (10 Stck. à 500 mg nur BYR 1.290,-)
    – Info-Bücher (Bildbände, Reiseführer, …)
    – alle Arten schmackhafter Alkoholika. Besonders beliebt: Bärenfang (Honiglikör 40%)
    + die belarussische Variante von Żubrówka

    Aus D nach BY nehme ich überwiegend Kosmetika, Kleidung, spezielle Medikamente sowie die „üblichen Mitbringsel“ (Kaffee, Schokolade, Tee, Lebkuchen) mit. Falls ich gerade nicht fahre, gebe ich die Sachen dem Busfahrer mit, der regelmäßig direkt von München nach Minsk fährt.

    1. Lieber Uli,
      was kauft Bielita denn bei euch? Und wer ist „uns“? Reine Neugier.
      Wie ich selber sind sie auch in meiner Familie nicht so Fan von belarussischen Süßigkeiten- ich selber kaufe hier ukrainische Schokolade und Pralinen von „Roshen“, die schmecken nicht so, als hätte man die Milch vergessen. Aber das ist natürlich Geschmacksache. Konfety sehen allerdings sooo schön aus mit ihren bunten Verpackungen. Freunde aus dem Rest der UdSSR freuen sich übrigens immer, wenn sie nach Minsk kommen und hier noch die Süßigkeiten aus ihrer Kindheit kaufen können.
      Milavitsa finde ich auch absolut super. Und stimmt, Aspirin und Paracetamol sind günstig- und Schwangerschaftstests ;-)!

      1. Liebe Nadine,
        ich arbeite bei einem Chemierohstoff-Hersteller (Wacker Chemie). Belita-Viteks kauft Siliconöle und -emulsionen zur Herstellung diverser Pflegeprodukte.
        Ab und zu kaufe ich auch Zigaretten.
        Mein Onkel aus Bochum schaut sich übrigens mal um…
        Viele Grüße, Uli

  3. Hallo Nadine,
    die Schneewalze war unheimlich massiv und legte (und legt) das Leben in Minsk komplett lahm. Sogar (mindestens) zwei Metrostationen mussten geschlossen werden. Und die vielen Autos, die eingeweht jetzt überall rumstehen. „Weltuntergang“ und „Kollaps“ sind häufig gebrauchte Synonyme.
    Interessant ist nur, dass es in den deutschen Medien keinen Bericht darüber gab. Wenn es z.B. an der US-Ostküste mal etwas heftiger schneit, sind die Nachrichten voll davon. Wenn so etwas – viel stärker! – in Minsk passiert, erfährt keiner davon. Oder nur, wenn man entsprechend vernetzt ist. Dabei sind Wucht und Ausmaß der Katastrophe selten dagewesen. Ich habe keine Erklärung, warum dieser Schneesturm nicht berichtenswert ist. Vielleicht, weil es nur in und um Minsk passiert ist. Nicht in Moskau (da hat es Mi-Fr „etwas“ = 30 cm geschneit), nicht in Vilnius, auch nicht in Gomel, wo es stark regnete und die Stadt zeitweise wie ein Aquapark ausschaute.
    Jetzt hoffe ich, dass die Räumarbeiten zügig vonstatten gehen können, damit sich das Leben wieder normalisiert. Allerdings hat der Wetterbericht weiterhin kalt und windig gemeldet. Hoffentlich habt Ihr es warm. Ich höre und lese, dass es in den Kommunalwohnungen langsam kalt wird.
    Einen schönen Sonntag wünscht – hoffentlich mit Maslenitsa
    Uli

    1. Lieber Uli, wie du es schriebst, war ich schon beim Verfassen des englischen Artikels. Ich habe ihn jetzt ins Deutsche übertragen. Vielleicht gibt es auch für dich noch eine paar neue Infos (ich weiß nicht, ob du Russisch liest?). Viele Grüße aus dem Schneeeeee.

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